 |
Arzneimittelfälschungen: Gefahr für Verbraucher nimmt zu
In Deutschland nimmt die Anzahl gefälschter Arzneimittel immer mehr zu. Im Jahr 2007 beschlagnahmte der Zoll 224.000 gefälschte Tabletten. Davon waren 182.000 Schmuggelware, 42.000 "legal" importiert, aber gefälscht. Nach Schätzungen der WHO, sind 7 bis 10 Prozent der weltweit im Handel befindlichen Arzneimittel gefälscht.
Der Hauptvertriebsweg für gefälschte Arzneimittel ist in vielen Fällen das Internet. Die meisten Fälschungen sind Potenzmittel beziehungsweise Produkte mit Fantasienamen, die auf diese Marken anspielen. Ebenfalls betroffen sind Abnehmprodukte, viele Wachstumshormone sowie Präparate für den Muskelaufbau und Schlafmittel. Unter den Fälschungen befinden sich auch solche Produkte, die keinen oder einen anderen als den angegebenen Wirkstoff enthalten.
Die meisten Arzneimittelfälschungen sind illegale Reimporte - das sind Arzneimittel, die für ein Land außerhalb der EU bestimmt waren, dort aber illegal umgepackt und in den deutschen Markt wieder eingeführt wurden. Bei diesen Arzneimitteln handelt es sich ursprünglich um Originalprodukte der Pharmahersteller. Erst durch unsachgemäße Lagerung, Umpackaktionen, Fälschungen von Umverpackungen und Gebrauchsinformationen kommt es zu Qualitätsminderungen.
Arzneimittelfälschungen stellen eine hohe gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar und untergraben das Vertrauen in die Arzneimittelsicherheit. Unwirksame oder falsch dosierte Wirkstoffe können massive gesundheitliche Schäden verursachen, die sogar zum Tode führen können. Darüber hinaus richten sie auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden an.
Gegen Fälschungen gibt es leider keinen absoluten Schutz. Wegen der gravierenden Auswirkungen werden im Arzneimittelbereich sowohl international, als auch auf europäischer und nationaler Ebene große Anstrengungen unternommen, um die Herstellung und den Vertrieb von Fälschungen zu verhindern.
Um die Effektivität regionaler und nationaler Maßnahmen gegen Fälschungen zu erhöhen, muss ein permanenter gegenseitiger Austausch der Information von Industrie und Behörden stattfinden. Darüber hinaus bedarf es einer besseren Koordinierung und Kooperation auf internationaler Ebene. Die neue "International Medical Products Anti-Counterfeiting Task Force" (IMPACT), die sich aus Regierungsvertretern, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und internationalen Institutionen zusammensetzt, soll das Bewusstsein für Arzneimittelfälschungen zusätzlich erhöhen. Gleichzeitig ist es aber erforderlich, dass die einzelnen Länder eine adäquate Gesetzgebung gegen Arzneimittelfälscher verabschieden.
Auf europäischer Ebene wurde bereits eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen gegen Fälschungen verabschiedet, die u.a. auch den Arzneimittelbereich betreffen. Dazu gehören die EG-Verordnung zum Zoll und die EG-Richtlinie zur Durchsetzung von Rechten zum Schutz geistigen Eigentums. Dadurch werden die rechtlichen Möglichkeiten und Sanktionen der EU-Mitgliedstaaten gegen (Arzneimittel-) Fälschungen gestärkt und erweitert.
Durch die zunehmende Gefährdung durch den Internethandel sind aber weitere Anstrengungen insbesondere auf internationaler Ebene erforderlich. Nur so kann das hohe Niveau der Arzneimittelsicherheit in Deutschland gewahrt werden.
Um sich vor dubiosen Internethändlern zu schützen, sollten folgende Regeln beachtet werden:
1. Seriöse Versandhändler verfügen über ein Impressum auf der Website im Internet. Bei zugelassenen Versandapotheken ist dort der Name des verantwortlichen Apothekers genannt, die zuständige Apothekerkammer sowie die Postanschrift der Apotheke. Es gilt: Beim Fehlen der Angaben auf der Website des Versenders, ist von einer Bestellung abzuraten.
2. Ist die Verpackung des Medikaments beschädigt oder verschmutzt, sollte es nicht eingenommen werden. Es ist zusätzlich darauf zu achten, ob auf dem Arzneimittel der Name des Medikamentes, das Verfallsdatum, die Chargennummer und der Hersteller angegeben ist.
Um sich aber sicher zu sein, sollte im Zweifelsfall der Arzt oder Apotheker gefragt werden.
|
|
|
 |
vorheriger/nächster Artikel  |
add2del.icio.us
|
| Es gibt leider keinen Eintrag zu dieser ID |
|
 |
| Themen |
|
|
 |
| Weblinks |
 |
Apotheke
Preisvergleich Medikamente
Apotheken Nachrichten
|
 |
| Ältere Artikel |
 |
Missbrauch von Arzneimitteln aus der Apotheke Berufe in der Apotheke Gesundheitsbücher aus der Apotheke - Wissen zum Mitnehmen Die richtige Aufbewahrung von Medikamenten Holländische Versandapotheke eröffnet erste Filiale in Deutschland Sichere Arzneimittel für Kinder? Arzneimittel ohne Zuzahlung in Ihrer Apotheke Apotheken im Ausland Die Apotheke im Wandel der Zeit |
 |
| Die neuesten 5 Kommentare |
 |
Angelika: Feiner Artikel über die Einnahme von Arzneimittel - warum läuft es hier nicht weiter toll!...
 Marianne: Ja, das sehe ich genauso! Denn unsere Kinder sind doch die Zukunft, für die wir alle nur das Beste wollen. Um ehrlich zu sein, habe ich Angst meinen Kindern ein Medikament zu geben, welches eigentlich...
 Jasmin: Über dieses Thema sollte eigentlich vielmehr aufgeklärt werden, denn viele Menschen wissen gar nicht, was Medikamente bei Missbrauch alles anrichten können. Bis vor 2 Jahren hätte ich das selbst nie g...
 Drug64: Während in Deutschland jedes Jahr die Arzneimittelausgaben des Staates steigen und die Pharmaindustrie weitere Forderungen stellt, anstatt ihre Gewinne im Sinne des Kunden (Patienten) zu investieren,...
 Talia: Hallo Silvia,
meine Erfahrungen sind ähnlich. Ich habe aber den Versuch unternommen, meine Krankheit zu ignorieren, was dazu führte, dass sich mein Gesundheitszustand verschlechtert hat. Nun bin i...
 |
 |
|