Sonnenbrand vorbeugen


Trotz steigender Hautkrebserkrankungen wird die Intensität der Sonnenstrahlung von vielen Menschen immer noch unterschätzt. Dabei ist besonders die ungebräunte Haut der Mittel- und Nordeuropäer sehr lichtempfindlich und muss erst langsam an die Sonne gewöhnt werden. Gerade zu Beginn des Aufenthalts im Urlaubsland kann ungebräunte und ungeschützte Haut schnell verbrennen. Aus diesem Grund ist eine gute Vorbereitung der Haut auf die Sonne notwendig.

Daher ist es ratsam, vor Reiseantritt die Haut im Heimatland auf die Sonnenstrahlung vorzubereiten (z. B. durch Spaziergänge oder Fahrradtouren). Aber auch durch heimische Sonnenstrahlen kann die lichtentwöhnte Haut, welche noch keine Schutzpigmente hat, geschädigt werden. Deshalb sind Sunblocker (ab LSF 10) schon zu Beginn des Sommers aufzutragen. Abhängig von der Region, ist anfangs ein hoher LSF (Lichtschutzfaktor) zu wählen, der danach langsam verringert werden kann.

Viele Menschen sind aber immer noch der Auffassung, das Vorbräunen unter dem Solarium dafür geeignet wäre. Die künstliche Sonne besteht aber nur aus UVA-Strahlen, welche nicht zur Bildung des Pigmentfarbstoffes Melatonin anregt. Dafür sind die UVB-Strahlen verantwortlich. Für den vorbeugenden Sonnenschutz ist Melatonin aber von großer Bedeutung.

Abhängig vom jeweiligen Hauttyp und der Strahlenintensität, ist es erforderlich, die Haut vor den gefährlichen UV-Strahlen zu schützen. Dafür sind geeignete Sonnschutzmittel zu wählen, die sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen abfangen.

Hauttyp I
Blasse Haut (mit Sommersprossen)
Blonde bis rötliche Haarfarbe
Sehr sonnenempfindliche Haut
Haut wird nicht oder nur selten braun, verbrennt sofort
Eigenschutzzeit der Haut: 5 bis max. 10 Minuten
Empfohlene Sonnenschutzmittel: LSF 40 oder 50+ (pralle, intensive Sonne meiden)

Hauttyp II
Blasse Haut
Blonde Haarfarbe
Sonnenempfindliche Haut
Haut wird nur langsam braun, verbrennt schnell
Eigenschutzzeit der Haut: 10 bis max. 20 Minuten
Empfohlene Sonnenschutzmittel: LSF 25 bis 40

Hauttyp III
Leicht getönte Haut
Dunkelblonde bis braune Haarfarbe
Geringe Sonnenempfindlichkeit der Haut
Haut wird braun, Sonnenbrand tritt selten auf
Eigenschutzzeit der Haut: 20 bis max. 30 Minuten
Empfohlene Sonnenschutzmittel: anfangs LSF 25, danach Senkung des LSF möglich

Hauttyp IV
Stark getönte Haut
Dunkle Haarfarbe
Sehr geringe Sonnenempfindlichkeit bzw. sonnenunempfindliche Haut
Haut wird schnell braun, verbrennt selten
Eigenschutzzeit der Haut: 30 bis 40 Minuten
Empfohlene Sonnenschutzmittel: LSF 10 oder 20

Beim Vorliegen einer Mallorca Akne, sollten nur fettfreie Sonnenschutzgele verwendet werden. Diese Form der Sonnenallergie wird durch UVA-Strahlung und einem Zusammenspiel aus Fetten oder Emulgatoren ausgelöst.

Bei einem Aufenthalt besonders in Ländern mit einer hohen Sonnenintensität, ist neben einem passenden Sonnenschutzpräparat auch atmungsaktive Kleidung mit permanenten UV-Schutz, sowie Sonnenhut und Sonnenbrille mit UV-Filter empfehlenswert. Darüber hinaus sollte die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr gemieden werden, da zur Mittagszeit die Sonnenstrahlung am stärksten ist. Jedoch ist auch der Aufenthaltsort zu berücksichtigen, da die Strahlung von einer hellen Oberfläche (z.B. Strand, helle Hauswand) reflektiert werden kann und so einen höheren Sonnenschutz erfordert. Selbst im Schatten wird 50 Prozent der UV-Strahlung reflektiert. Deshalb sollte auch hier der Körper geschützt werden. Besonders Kinder, deren Haut sehr dünn und der UV-Eigenschutz noch nicht voll entwickelt ist, dürfen sich niemals ungeschützt in der Sonne aufhalten.

Kam es dennoch zu einer Verbrennung, ist in den nächsten Tagen die Sonne unbedingt zu vermeiden. Damit die Haut nicht weiter geschädigt wird, sollte sie gekühlt werden. Lindernd auf der Haut wirken feuchte Umschläge oder eine lauwarme Dusche (ca. 25°C Wassertemperatur). Kinder niemals zu lange kühlen, da ihre Körpertemperatur im Vergleich zu Erwachsenen schnell absinken kann. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses der Haut können anschließend panthenolhaltige Schaumsprays, Salben, Lotionen oder Gels aufgetragen werden. Ebenso kann ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Medikament helfen, die Folgen eines Sonnenbrandes zu lindern. Nach einem Sonnenbrand ist es wichtig, viel Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsspeicher der Haut nach einer Verbrennung wieder aufzufüllen. Bei einem starken Sonnenbrand, verbunden mit Schmerzen und Blasenbildung, ist es jedoch notwenig, einen Arzt aufzusuchen.

Grundsätzlich gilt: Ein Sonnenbrand ist niemals zu verharmlosen. Die geschädigte Haut darf erst wieder der Sonne ausgesetzt werden, wenn der Sonnenbrand abgeklungen ist. Sonnenbrand ist unbedingt zu vermeiden, da dies die Hautalterung beschleunigt und das Hautkrebsrisiko stark erhöht.
Eingereicht in Gesundheit von Luedtke am Freitag, 18. Juli 2008
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