Formen der Veränderung von Medikamenten
Ungesättigte Fette in Salben oder Öle in Tropfen sind lichtempfindliche Stoffe und werden durch zuviel Kontakt mit Licht, trübe und ranzig, fangen an zu gären oder zersetzen sich. Wenn die Arzneimittel zusätzlich noch zu warm liegen, passiert das noch schneller.
Durch zuviel Wärme können alkoholhaltige Tropfen (z. B. Hustentropfen) oder ätherische Öle (z. B. aus Kamille) verdunsten.
Kommen Medikamente mit Feuchtigkeit in Kontakt, wächst in Tees und Pulvern häufig Schimmel und Tabletten werden braun oder fangen an zu zerfallen. Das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure kann danach z. B. nach Essig riechen.
So genannte Trägerstoffe in Arzneimitteln, wie Laktose in Tabletten, können sich verhärten.
Nebenwirkungen von „beschädigten“ und alten Medikamenten
Medikamente können sich allerdings schon vor solchen sichtbaren Warnzeichen verändern und giftig wirken. Dadurch kommt es häufig zu Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, gereizte Magenschleimhaut, Bauchkrämpfe, Schweißausbrüche, Zittern, sowie Kribbeln in den Fingern, Füßen und Lippen. Aber alte und verdorbene Arzneimittel können (im besten Fall) auch völlig wirkungslos sein.
Grundlegende Regeln zur Aufbewahrung von Medikamenten
- Kontrollieren Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum jedes Arzneimittels in Ihrer Hausapotheke, sowie Pflaster und Verbandsmaterial.
- Sortieren Sie abgelaufene oder verdorbene Medikamente aus. Werfen Sie die Arzneimittel aber nicht in den Hausmüll, sondern lassen Sie die Mittel in der Apotheke entsorgen.
- Bewahren Sie Arzneimittel nur in der Originalverpackung und mit dem Beipackzettel auf.
- Schrauben bzw. schließen Sie Deckel von Tropfflaschen und Säften, Gläser von Instant-Tees sowie Röhrchen von beispielsweise Brausetabletten nach dem Gebrauch sofort wieder fest zu. Da alkoholische Lösungen verdunsten, Tee-Pulver hart wird und sich Brausetabletten auflösen können.
- Die Hausapotheke sollte bei Familien mit Kindern immer abgeschlossen oder für die Kleinen unerreichbar sein.
- Wenn die Behandlung mit einem nicht rezeptpflichtigen Medikament abgeschlossen und noch etwas übrig geblieben ist, sollten sie das Arzneimittel nicht auf Vorrat aufbewahren. Bei erneuten heftigen Beschwerden, sind immer frische Medikamente vom Arzt verschreiben zu lassen.
Aufbewahrungsort von Medikamenten
- Benutzen Sie keine Schubladen, Kartons oder Badezimmerschränke zur Aufbewahrung von Arzneimitteln.
- Da Feuchtigkeit den Medikamenten schaden kann, gehört die Hausapotheke weder in die Küche noch ins Badezimmer.
- Für die Aufbewahrung der Hausapotheke eignet sich am besten das Schlafzimmer oder der Flur, da diese Räume gleich bleibende, niedrige Temperaturen haben.
Richtige Aufbewahrungstemperaturen von Medikamenten
- Die Arzneimittel werden bei 18°C bis 20°C gelagert. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn auf dem Beipackzettel nichts Besonderes vermerkt ist. Bei folgenden Temperaturbezeichnungen auf dem Beipackzettel, sind diese Temperaturen zu verstehen:
Raumtemperatur = bis zu 25°C
Kühl = unter 20°C
Im Kühlschrank = 2°C bis 8°C
- Grundsätzlich sollten nur Medikamente im Kühlschrank aufbewahrt werden, bei denen es auf dem Beipackzettel vermerkt ist. Jedoch gilt für angebrochene Flüssigmedikamente, wie Augentropfen oder Hustensaft, immer eine Aufbewahrungspflicht im Kühlschrank. Diese sollten nach vier Wochen entsorgt werden.
- Medikamente können vor allem durch Wärme schon vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums schlecht werden. Dies ist besonders bei der Reiseapotheke der Fall, welche häufig im überhitzten Auto gelagert wird. Hierfür gibt es in der Apotheke speziell isolierte Taschen.
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